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christianspohr7

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Ich lese gerade

Basiswissen Softwaretest: Aus- und Weiterbildung zum Certified Tester - Foundation Level nach ISTQB-Standard
Andreas Spillner;Tilo Linz
Bereits gelesen: 200/256 pages
Speichelfäden in der Buttermilch: Gesammelte Werke I
Christoph Grissemann;Dirk Stermann
Zähne und Klauen : Erzählungen
T.C. Boyle, Anette Grube, Dirk van Gunsteren
Bereits gelesen: 168/318 pages
Limit - Frank Schätzing Schätzung ist kein Sprachkünstler, schreibt aber dennoch besser als 80 Prozent der derzeitigen Thriller-Autoren, finde ich. Was er aber unglaublich gut versteht, ist, aktuelle Politik, Ökologie, Techniken etc. in eine Zukunft weiter zu spinnen und dabei glaubwürdig zu bleiben. Und zudem hält er die Spannung so gut wie immer aufrecht, zum einen actionreiche Spannung, zum anderen aber auch "informative" Spannung.
Sorry: Thriller - Zoran Drvenkar Endlich mal wieder ein wirklich fesselnder, spannender und vor allem unvoraussehbarer Thriller mit einer guten Story und einem sehr eigenen, aber wirkungsvollen Schreibstil.Absolut empfehlenswert.
I live by the river! - 15 Geschichten - Johnny Haeusler Witzige Geschichten, die tatsächlich aus dem Leben des Autors zu stammen scheinen, locker geschrieben und kurzweilig zu lesen.Was sich hier jedoch von manch anderen witzigen Kurzgeschichten unterscheidet, ist, dass Johnny Häussler nie wirklich spöttisch wirkt, sondern auch Dingen, mit denen er nicht viel anfangen kann, ihren Platz und ihre Daseinsberechtigung, ja Verständnis, einräumt und niemanden verurteilt (bis auf die Wähler einer bestimmten Partei ;-) ).
I live by the river! - 15 Geschichten - Johnny Haeusler Witzige Geschichten, die tatsächlich aus dem Leben des Autors zu stammen scheinen, locker geschrieben und kurzweilig zu lesen.Was sich hier jedoch von manch anderen witzigen Kurzgeschichten unterscheidet, ist, dass Johnny Häussler nie wirklich spöttisch wirkt, sondern auch Dingen, mit denen er nicht viel anfangen kann, ihren Platz und ihre Daseinsberechtigung, ja Verständnis, einräumt und niemanden verurteilt (bis auf die Wähler einer bestimmten Partei ;-) ).
Die toten Frauen von Juárez - Sam Hawken Ciudad Juárez, mexikanische Grenzstadt gegenüber von El Paso, hält die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Laut Wikipedia werden dort jeden Tag im Schnitt 7 Menschen ermordet, am berühmt-berüchtigsten ist die Stadt aber durch eine Verbrechensserie, die nie richtig aufgeklärt wurde und bis heute nicht gestoppt werden konnte: Im Zeitraum von 1993 bis 2005 wurden 370 Frauenleichen gefunden, teilweise mit Spuren sexueller Gewalt und oft so entstellt, dass man sie nicht identifizieren konnt. Mehr als 600 Frauen wurden in diesem Zeitraum vermisst und nie gefunden. Dieser Hintergrund bildet die Kulisse für Sam Hawkens Roman “Die toten Frauen von Juárez”.Der Boxer Kelly Courter hat sich in Ciudad Juárez niedergelassen und bestreitet seinen Lebensunterhalt mit gelegentlichen Boxkämpfen und dem Verkauf von leichten Drogen.Seine Freundin arbeitet in einer Gruppe, die eine engagiertere Ermittlung in der Mordserie erreichen will. Als sie verschwindet, gerät Kellys Leben aus den Fugen, bis auf einen alten Polizisten scheint niemand an der Wahrheit interessiert zu sein.Das in meinen Augen mißlungene, grelle Buchcover (mit fast pinkfarbener Schrift) läßt bestenfalls einen reißerischen Roman vermuten, angesichts des wahren Hintergrundes empfand ich es als ziemlich geschmacklos. Das sollte einen aber nicht vom Lesen von Sam Hawkens Debütroman abhalten. Erwartungsgemäß ist das Buch nichts für zarte Gemüter, so brutal die Geschehnisse in Ciudad Juárez sind, so brutal ist auch das Buch. Doch Sam Hawken findet auch einen Weg, aufrichtig und aufklärend die reale Unmenschlichkeit und die Ängste, die in der mexikanischen Grenzstadt herrschen müssen, in seine spannende Geschichte einzubauen. So hinterläßt “Die toten Frauen von Juárez” seinen Leser nicht nur gut unterhalten, sondern vor allem auch schockiert.Es ist ein fesselndes, ehrliches, abgründiges Buch, das auf Zustände aufmerksam macht, die in Nordamerika heutzutage unvorstellbar sind.
Der Mann, der kein Mörder war.   - Hans Rosenfeldt, Michael Hjorth, Ursel Allenstein Die Leiche eines sechzehnjährigen Jungen, dessen Herz herausgeschnitten wurde; eine Eliteschule; ein ehemaliger Polizeipsychologe, der sich die Nächte mit One-Night-Stands und die Tage mit Menschenfeindlichkeit vertreibt; sein ehemaliges Ermittlerteam, das gezwungen ist, gegen seinen Willen wieder mit ihm zusammen zu arbeiten. Das sind die Zutaten, aus denen das Autorenduo Hjorth/Rosenfeldt das Debüt ihrer Krimireihe um den unsympathischen Polizeipsychologen Sebastian Bergman gestrickt hat. Und schon wird mit Stieg Larsson, dem verstorbenen Erschaffer der derzeit erfolgreichsten Kriminaltrilogie um den Journalisten Mikael Blomqvist und die düstere Computerhackerin Lisbeth Salander, verglichen.Ich bin jedoch kein allzu großer Freund von Stieg Larssons Millenium-Büchern, zumindest nicht in schriftlicher Form, da mir die vielen Produktplatzierungen negativ auffielen und auch sein Schreibstil eher gewöhnlich war. Dies gefällt mir an “Der Mann, der kein Mörder war” besser: Das Buch lässt sich zügig und flüssig lesen und ist sprachlich besser als so viele dieser derzeit inflationären Krimis, und auch ein übertriebenes Product Placement sucht man vergebens. So kann man sich ungestört der spannenden Geschichte widmen, die größtenteils ohne übermäßige Brutalität auskommt, und wird selten das Buch freiwillig aus der Hand legen. Die meiste Zeit fesselte die Story, lediglich an ein oder zwei Stellen hatte ich das Gefühl, dass jetzt etwas mehr passieren könnte. Das Finale entschädigt dies aber allemal.Neben der Kriminalgeschichte wird in “Der Mann, der kein Mörder war” aber auch die Persönlichkeit des unsympathischen, arroganten, zynischen Sebastian Bergman sowie seine ehemaligen und neuen Kollegen, denen er zuwider ist, vorgestellt. Diese Nebenhandlung ist beinahe ebenso spannend wie der eigentliche Kriminalfall und mündet in einen Cliffhanger auf persönlicher Ebene, der mit Spannung den zweiten Teil dieser Krimireihe erwarten lässt.Die Verfilmung in Zusammenarbeit mit dem ZDF wird übrigens demnächst bei uns zu sehen sein. Ich bin gespannt.
Der Friedhof in Prag: Roman - Umberto Eco Der Friedhof in Prag ist der zweite Roman nach Der Name der Rose, den ich von Umberto Eco gelesen habe. Und ich bin am Ende doch irgendwie begeistert, das Thema ist höchst interessant, und raffiniert baut Eco tatsächliche Aussagen realer Figuren und Geschehnisse um seine fiktive Hauptfigur Simone Simonini. In dieser Konstellation erzählt Eco, wie "Die Protokolle der Weisen von Zion", das gefälschte Dokument, das Antisemiten bis heute für die Unterstützung ihres Hasses und ihrer Feindseligkeit nutzen, obwohl schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts bewiesen ist, dass sie gefälscht sind, entstanden sein könnte und wie überhaupt geschichtliche Ereignisse aufgrund von gefälschten Briefen, Dokumenten, Papieren so und nicht anders passiert sind.Einziger Wermutstropfen dieses spannenden Romans, der in Tagebuchform geschrieben ist, ist die Masse an Figuren und an Geschehnissen: Trotz ausführlicher Fussnoten im Anhang ist es sehr schwierig, einen Uberblick zu behalten. Dies ist aber gut zu verkraften, die unglaubliche Dreistigkeit, mit der in "Der Friedhof in Prag" Geschichte gelenkt und Menschen aus dem Weg geräumt werden, wie Menschen manipuliert werden, teils nur um von aktuellen Problemen abzulenken oder sich Gründe für eine bestimmte Vorgehensweise zu schaffen, ist auch so erschreckend und gleichzeitig fesselnd.
Einmal durch die Hölle und zurück - Josh Bazell, Thomas Gunkel, Malte Krutzsch Josh Bazells Debütroman “Schneller als der Tod” hat viele Leser und Kritiker begeistert, es war vom Tarantino der Literatur die Rede, so brutal, blutig und cool war die Geschichte um den ehemaligen Mafiakiller Pietro, der im Zeugenschutzprogramm als Arzt in einem Krankenhaus beschäftigt und durch Zufall mit seiner früheren Klientel konfrontiert war. Kann Bazells zweiter Roman ebenso überzeugen?Pietro arbeitet mittlerweile als Arzt auf einem Kreuzfahrtschiff, als ihn ein anderer Auftrag erreicht: Er soll eine Paläontologin beschützen, die sich auf eine etwas sonderbare Suche nach einem Seeungeheuer wie dem von Loch Ness macht. Bazell auf Fantasystreifzug?Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass Josh Bazell seinem Schreibstil treu bleibt, “Einmal durch die Hölle und zurück” liest sich schnell, direkt, geschrieben mit einer Coolness, die kein bisschen aufgesetzt wirkt. Die teilweise ausufernden Fussnoten werden sicherlich wieder die Leserschaft spalten, aber sie führen zu dem einen oder anderen zusätzlichen Schmunzeln und bieten eine Menge Informationen, die vielleicht nicht nötig, aber auch nicht uninteressant sind.Inhaltlich geht es diesmal etwas weniger blutig zu als in “Schneller als der Tod”; trotz des Themas sogar etwas weniger abgefahren, dennoch unterhält der Roman vorzüglich, und es fällt schwer, eine Pause einzulegen. Wenn Josh Bazell diesen Stil beibehält, vielleicht sogar ein bisschen wieder zur Gnadenlosigkeit seines Erstlings zurückfindet, soll er die Reihe um seinen Arzt mit Killerinstinkt gerne fortführen.

Kinder, so was tut man nicht: Ein pechschwarzes Brevier für die Familie

Kinder, So Was Tut Man Nichtein Pechschwarzes Brevier Für Die Familie - Thomas Gsella Sie erinnern an Wilhelm Busch, die fatalen, fiesen, grausamen Streiche, die Thomas Gsella Kindern in Reimen erklärt, detailversessen, als sehr genaue Anleitungen, nur um am Ende immer wieder zu sagen "Kinder, sowas tut man nicht". Untermalt werden die Strophen von Rudi Hurzlmeiers großartigen Illustrationen schadenfroher Kinder und verzweifelter, wütender oder erschrockener Väter, Mütter, Tanten.Ich lache selten laut beim Lesen, hier musste ich, so genial ist dieser kleine Gedichtband.
Der eiserne König - John Henry Eagle Im Lande Pinafor geht Seltsames vor sich: Die Menschen vergessen ihre Arbeit, weil ein plötzlicher Goldsegen alle Menschen segnet, ein geheimnisvolles Mädchen mit einer tätowierten Karte auf ihrem Rücken wehrt sich mit tödlichen Zauberkräften gegen eine Räuberbande, deren Hauptmann Grimm anschliessend von den Toten wiedererweckt wird, und Hans, der einzige der Räuberbande, der das Mädchen schützen wollte, lernt immer mehr die Wunder und Schrecken von Pinafor kennen. Alles spricht dafür, dass der grausame, ehemalige Herrscher, Der Eiserne König, aus dem Reich der Toten auferstehen soll. Hans und Gefährten aus der Märchen- sowie der Tierwelt nehmen den Kampf gegen das Böse auf.Wer bei Gefährten, die gegen das Böse kämpfen, an Herr der Ringe denkt, liegt ganz und gar nicht falsch. Zahlreiche Parallelen weist John Henry Eagles Fantasyroman auf, seien es die Kantoniden, die als Hommage an die Orks gelten können, oder Der Eiserne König als Zeichen absoluter Boshaftigkeit, der an Sauron erinnert. Aber Tolkiens Epos ist nicht die einzige Quelle des Autors, der bislang nur unter Pseudonymen schrieb. Geschickt verknüpft Eagle die Stimmung des Klassikers mit der Welt der Märchen. Viele Figuren entspringen den doch meist ziemlich grausamen Märchen, allen voran Hans, der ein traumatisches Erlebnis mit einer Hexe hinter sich hat. Diese Konfrontation mit den Geschichten, die man als Kind meist in einer verniedlichten Welt gehört hat, in einer an vielen Stellen grausamen Erzählung, die sich an Jugendliche und Erwachsene richtet, fasziniert durchaus, jedoch wirkt dies an ein paar Stellen etwas überkonstruiert, da wird in ausweglosen Situationen schnell einmal eine märchenhafte Fähigkeit aus dem Hut gezaubert. Dies führt in den beiden ersten Dritteln des Buches dazu, dass die Spannung nicht so richtig zu fesseln vermag. Dazu kommt der etwas aufgesetzt wirkende Humor einzelner Figuren, der den Lesefluss etwas stocken lässt. Zum Ende hin jedoch wird der Kampf Gut gegen Böse immer verzweifelter und fesselnder und die unpassenden Sprüche weniger, so dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt.Der Eiserne König ist ein Fantasyroman für Jugendliche und Erwachsene, eine Hommage an Herr der Ringe, gespickt mit bekannten (und teils auch weniger bekannten) Märchenfiguren. Der Kampf der Gefährten gegen den grausamen (un)toten Herrscher und seine Mitstreiter liest sich durchweg flüssig, vermag aber erst im letzten Drittel richtig zu fesseln.
Heinz Strunk in Afrika - Heinz Strunk Das neue Werk von Heinz Strunk hat mir wieder bestens gefallen. Ich empfand es sogar als abwechslungsreichstes bislang (wobei ich die Zunge Europas noch nicht kenne), der Humor ist stark, die beiden Charaktere sind ein großartiges Gespann. Da möchte man gern wissen, inwieweit diese Charakterzeichnungen dem realen Urlauberpaar Heinz Strunk und Christoph Grissemann entsprechen.
Marina - Carlos Ruiz Zafón, Peter Schwaar Barcelona im Jahre 1980: Der Internatsschüler Oscar lernt die schöne und geheimnisvolle Marina kennen. Das Mädchen, das mit seinem kranken Vater in einer heruntergekommenen Villa lebt, führt ihn auf einen alten Friedhof, wo die beiden eine schwarzgekleidete alte Frau beobachten, die ein Grab besucht, dessen Grabstein nur das Symbol eines schwarzen Schmetterlings ziert. Als sie die Dame, deren Gesicht ihnen verborgen bleibt, verfolgen, geraten sie in einen Strudel düsterer tödlicher Geschehnisse.Schon auf den ersten Seite packt einen Zafóns Schreibstil, seine sehr bildhafte, aber düstere und melancholische Beschreibung Barcelons zieht den Leser in eine dunkle Märchenwelt, aus der dieser kaum mehr auftauchen mag. Diese Atmosphäre scheint in “Marina”, das Zafón schon vor seinem Bestseller “Der Schatten des Windes” schrieb, sogar noch konsequenter als in eben diesem “Schatten des Windes” oder auch der Fortsetzung “Spiel des Engels” zu sein. Ohne jegliche Längen führt das Buch in geheimnisumwitterte Abgründe, tragische Liebesgeschichten und tödlichen Wahn.In meinen Augen ist “Marina” dem grandiosen “Schatten des Windes” durchaus ebenbürtig. Bleibt zu hoffen, dass Zafón nach “Spiel des Engels”, das zwar auch fantastisch ist, aber nicht an die beiden anderen Barcelona-Romane heranreicht, wieder zu alter Form findet und uns noch viele weitere dunkle Ausflüge in sein tragisches, morbides Barcelona schenkt.

28 Minuten: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)

28 Minuten Kriminalroman - Dave Zeltserman, Hoffmann Ulrich 28 Minuten bleiben den vier arbeitslosen Softwareentwicklern, eine Bank auszurauben. Ein perfekter Plan und die letzte Chance für den langsam erblindenden Programmierer Dan, für sich und seine Familie vorzusorgen. Doch auch ein perfekter Plan birgt Tücken und kann entsetzlich schief laufen.Dave Zeltserman war selbst Softwareentwickler, und schon sind wir beim Manko dieses Krimis: 28 Minuten liest sich leicht und flüssig, wer aber Wert auf einen literarischen Schreibstil legt, wird enttäuscht. Manche Sätze sind schlicht aneinandergereiht, ohne jegliches Gefühl für eine gute Erzählung. “Er war bloß 28 Jahre alt”, angesichts dieser Wortwahl schmerzt das literarische Auge, zum Glück sind solche Ausrutscher jedoch selten, bleiben dennoch im Gedächtnis hängen.Dabei erzählt Zeltserman einen soliden, spannenden Krimi, gute Hausmannskost möchte man sagen, die auch mit überraschenden Wendungen aufwarten kann. Wer kurzweilig unterhalten werden will und auf einen gekonnten Schreibstil verzichten kann, dem sei 28 Minuten empfohlen.
Hemmersmoor - Stefan Kiesbye Christian, Martin, Linde und Alex treffen sich nach über 40 Jahren bei der Beerdigung von Anke, ihrer Freundin aus Kindeszeiten, in Hemmersmoor, einem norddeutschen Dorf, in dem sie aufgewachsen sind. In ihrer Kindheit erlebten sie dort schaurige Geschehnisse, Gewalttaten bis hin zum Mord, ausgelöst durch Spielereien, die in Boshaftigkeiten ausarteten, durch Aberglaube, durch die Enge und Engstirnigkeit im kleinen abgelegenen Ort, dem Eingang der Hölle?Nicht nur das Buchcover vermittelt die passende Stimmung zu einem Schauerroman. Stefan Kiesbye versteht es, diese Atmosphäre auch in seine Geschichte zu packen, düster, geprägt von dörflichem Aberglauben und Rachegelüsten, Angst und Schicksalsergebenheit. Dabei wirkt der Roman wie eine Aneinanderreihung morbider Vorfälle. Die Greueltaten bauen zwar teilweise aufeinander auf, jedoch fehlt das große Etwas, auf das Hemmersmoor hinsteuert. Trotzdem sind die einzelnen Kapitel, die jeweils aus der Perspektive eines Beteiligten erzählt werden, spannend, schockierend und flüssig zu lesen. Hemmersmoor hat mehr von einer altmodischen Horrorgeschichte a la Poe als von einem modernen Schocker. Wer es schätzt, sich in seinem alten ledernen Ohrensessel bei einem Glas Wein und Kerzenlicht der dunklen Seite zu widmen, liegt mit Stefan Kiesbyes Schauerroman richtig.

Chronic City

Chronic City - Johann Christoph Maass, Michael Zöllner, Jonathan Lethem Chase Insteadman ist ein gern gesehener Gast auf Dinerpartys in New York, allerdings weniger wegen seiner Person, sondern in erster Linie, weil er mit einer im All verschollenen Astronautin verlobt ist und bei ein paar Leuten vielleicht noch, weil er als Kind der Star einer Fernsehserie war. Seither lebt er von seinen Tantiemen und hat sonst nicht viel vorzuweisen, außer eben seiner Verlobten Janice. Diese schreibt ihm Briefe, die in der kriegsfreien Ausgabe der New York Times abgedruckt werden und somit ganz New York zu Tränen rühren.Sein Leben ändert sich, als er den ehemaligen Rockkritiker Perkus Tooth trifft. Mit dem Verschwörungstheoretiker begibt er sich auf die von Marihuana umnebelte Suche nach der Wahrheit, nach der Wahrheit um einen riesigen Tiger, der in New York wütet, nach der Wahrheit um die Kaldrone, einzigartig schöne Vasen, deren Anblick allein genügt, süchtig zu machen, nach der Wahrheit um Chase’ Liebe zu Janice und zu seiner Geliebten Oona,nach der Wahrheit um New York, nach der Wahrheit des Lebens.Chronic City ist kein einfaches Buch. Obwohl Jonathan Lethems Schreibstil flüssig zu lesen ist, gibt es in Chronic City doch manche Passagen, die langatmig sein können, manche Szenen wirken willkürlich aneinander gereiht, die Geschichte um Chase und Perkus verschwimmt in ihren verkifften Dialogen und vieles scheint aus der Luft gegriffen. Doch immer wieder zeigt Lethem, dass es sich lohnt, dieses Werk in Angriff zu nehmen, sei es durch Sätze, die man einfach geniessen kann und gerne noch einmal liest, durch skurrile Szenen oder durch die kauzigen Charaktere, allen voran Perkus Tooth. Zum Ende hin nimmt Chronic City zudem eine überraschende Wendung, die den Roman nochmals aufwertet.Wer sich nicht scheut, Gehirnschmalz in die Deutung eines Romans zu stecken, vielleicht sogar mit anderen darüber diskutieren kann, wer sich von anstrengendem Lesen nicht abschrecken lässt, dem sei Chronic City empfohlen.
Der Kleine Berufsberater - Thomas Gsella, Achim Greser, Heribert Lenz Auch im Kleinen Berufsberater bringt Thomas Gsella wieder Menschengruppen, diesmal Berufe anhand klassischer Klischees auf den Punkt. Höchst amüsant, aber leider nicht so bissig wie "Ins Alphorn gepustet", daher 4 Sterne.